Klimarisiko-Index 5,9: Ratsfraktion Die PARTEI und Kreisverband warnen vor ökonomischer Abwärtsspirale für Wilhelmshaven
Wilhelmshaven, 08. Januar 2026
Während andere Politikanbieter sich in ungewollter Satire üben, beschäftigen sich die Ratsfraktion Die PARTEI und der Kreisverband mit Politik. Die Ratsfraktion Die PARTEI und der Kreisverband fordern eine konsequente Rückkehr zur ökonomischen Realität. Anlass ist der aktuelle Klimarisiko-Index des Instituts der deutschen Wirtschaft, der für Wilhelmshaven bis zum Jahr 2050 einen Risikowert von 5,9 prognostiziert. Damit weist die Stadt bundesweit eine der höchsten Klimarisikobewertungen auf.
„Die Kennziffer 5,9 ist kein abstraktes Szenario aus der Klimaforschung, sondern eine harte Rechengröße für Banken, Versicherungen und Investoren“
erklären die Ratsmitglieder Andreas Tönjes und Sanchez-Mengeler. Gemeinsam mit dem Kreisverband weisen sie darauf hin, dass es unerheblich ist, ob einzelne politische Akteure diese Prognosen relativieren oder leugnen. Die Finanz- und Versicherungs-wirtschaft tut es nicht. Deren Risikobewertungen beeinflussen bereits heute Immobilienwerte, Kreditkonditionen und die langfristigen Kalkulationsgrundlagen der örtlichen Wohnungswirtschaft.
In einer vertiefenden Analyse benennen Ratsfraktion und Kreisverband vier zentrale Belastungsfelder für Wilhelmshaven:
Soziale Stabilität des Wohnens
Steigende Versicherungsprämien, sofern Objekte noch versicherbar sind, können teilweise auf die Mieter umgelegt werden. In Zeiten ohnehin wachsender Lebenshaltungskosten gerät damit die Bezahlbarkeit von Wohnraum unter Druck. Die Folge sind soziale Spannungen und eine schleichende Destabilisierung ganzer Quartiere.
Belastung des städtischen Haushalts
Höhere Versicherungsbeiträge wirken sich auch unmittelbar auf die kommunalen Ausgaben für die Kosten der Unterkunft aus. Da Wilhelmshaven diese für Transferleistungsempfänger trägt, werden Risiken der Privatwirtschaft direkt in Mehrausgaben des Sozialhaushalts übersetzt. Mittel, die für präventive Investitionen in Klimaanpassung dringend benötigt würden, werden dadurch gebunden.
Entwertung privater Altersvorsorge
Wenn Kreditinstitute Standorte aufgrund klimatischer Risiken restriktiver bewerten, drohen sinkende Wiederverkaufswerte von Immobilien. Für viele Bürgerinnen und Bürger stellt das Eigenheim den zentralen Baustein ihrer Altersvorsorge dar. Diese wird damit schrittweise entwertet, ohne dass dies bislang offen benannt wird.
Zunehmender Druck auf die Wohnungswirtschaft
Auch kommunal und genossenschaftlich geprägte Akteure wie der Rüstringer Bauverein oder Spar und Bau stehen vor erheblichen Herausforderungen. Steigende Bewirtschaftungskosten, verschärfte Versicherungsbedingungen und restriktivere Finanzierungen schmälern die Spielräume für Sanierungen und dringend benötigten Neubau.
„Während an der Küste industrielle Großprojekte vorangetrieben werden, bleibt der Schutz des privaten Wohneigentums und die fiskalische Handlungsfähigkeit der Stadt weitgehend unbeachtet“,
fassen Tönjes und Sanchez-Mengeler zusammen. Ratsfraktion und Kreisverband fordern deshalb einen echten Klima-Lastenausgleich. Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds des Bundes müssen dort ankommen, wo die wirtschaftlichen Risiken der Standortentwicklung tatsächlich anfallen, nämlich direkt in den Kommunen.
Abschließend fordert die Ratsfraktion un der Kreisverband der Die PARTEI die lokalen Wirtschaftsakteure sowie die regionalen Kreditinstitute auf, die politische Komfortzone zu verlassen und sich an einer sachlichen, faktenbasierten Debatte über die langfristige Versicherbarkeit und Finanzierbarkeit des Standorts Wilhelmshaven zu beteiligen. Klimarisiken sind kein ideologisches Thema, sondern längst ein ökonomischer Realfaktor.
Ansprechpartner für den Inhalt dieser Presseinformation:
Andreas Tönjes
Generalsekretär Die PARTEI Wilhelmshaven Mitglied im Rat der Stadt Wilhelmshaven

